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Neue Vocalsolisten Stuttgart

Die sieben Sänger*innen der Neuen Vocalsolisten verstehen sich als Forscher und Entdecker, die im Austausch mit Komponist*innen stets nach neuen vokalen Ausdrucksformen suchen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Zusammenarbeit mit Künstler*innen, die virtuos die Möglichkeiten der digitalen Medien ausreizen, mit Lust an der Vernetzung, im Spiel mit den Genres, im Auflösen von Raum, von Perspektiven und Funktionen. So prägen eigensinnige interdisziplinäre Formate zwischen Musiktheater, Performance, Installation und Konzert-Inszenierung die Projekte des Ensembles, dessen Arbeit mit über 30 Uraufführungen jährlich weltweit als führend und einzigartig im Bereich der zeitgenössischen Vokalmusik angesehen wird.

Vor diesem Hintergrund haben die Neuen Vocalsolisten das Genre des vokalen Kammer-Musik-Theaters geformt, unter anderem mit Werken von Georges Aperghis, Carola Bauckholt, Luciano Berio, Francesco FiIidei, Luca Francesconi, Gordon Kampe, Mischa Käser, Sarah Nemtsov, Sergej Newski, Lucia Ronchetti, Katharina Rosenberger, Oscar Strasnoy und Claude Vivier. Partner des Ensembles sind dabei stets hochkarätige Spezialistenensembles und Orchester, internationale Opernhäuser, die freie Theaterszene, elektronische Studios sowie zahlreiche Veranstalter von Festivals und Konzertreihen neuer Musik in aller Welt.

Regelmäßig und mit großem Interesse arbeiten die Neuen Vocalsolisten mit Künstler*innen aus außereuropäischen Musikkulturen und -genres zusammen. So schufen im Jahr 2014 zwölf Komponist*innen aus dem Mittelmeerraum gemeinsam mit den Sänger*innen das Projekt  Mediterranean Voices, das mit seinem besonderen Tonfall zwischen europäischer Kunst-Musik und mediterranen Musiktraditionen Menschen in zahlreichen Ländern bis heute berührt.

In VOICE AFFAIRS initiieren die Neuen Vocalsolisten 2021 künstlerische Grenzüberschreitungen, in denen die zeitgenössische Musik durch die Diversität der experimentellen Musikszenen Libanons infiziert wird. Es verbindet die Sänger*innen mit acht Künstler*innen aus Libanon, Ägypten, Palästina und Israel, die aus Sicht von Komposition, Elektronischer Musik, Sound Art, Improvisation und Avant-Pop von der Vielfalt, Widersprüchlichkeit, Explosivität und Poesie dieses Kulturraums erzählen.

An ihrem Standort Stuttgart setzen die Neuen Vocalsolisten ihre Ende 2020 begonnene Reihe „Magische Räume“ fort, in der das Ensemble zusammen mit drei jungen Webdesignern neue, corona-konforme Aufführungsformate zwischen analoger und digitaler Wahrnehmung erforscht und dabei alle Möglichkeiten digitaler Medien ausreizt. Die nächsten Premieren in dieser Reihe sind „Echokammern“ von Raed Yassin (7. Mai) sowie „modular perspectives“ von Juliana Hodkinson (im Juni 2021). Im Sommer 2021 ist in Stuttgart die Uraufführung des Musiktheaters „Die Einfachen“ von Sergej Newski programmiert.

Für 2021 sind wieder zahlreiche Uraufführungen geplant, u.a. von Cynthia Zaven, Raed Yassin, Dániel Péter Biró, Aya Metwalli, Samir Odeh-Tamimi, Youmna Saba, Manolis Manousakis, Christian Mason, Alessandro Bosetti, Juliana Hodkinson, Sergej Newski und George Lewis.
Trotz der Corona-Einschränkungen sind die Neuen Vocalsolisten auch in diesem Jahr bei renommierten Festivals zu hören in Stuttgart, Berlin, Marseille, Lissabon, Darmstadt, Salzburg, Beirut und in Venedig, wo sie den Silbernen Löwen der Biennale Venedig erhalten.
Die Auszeichnung wird dem Ensemble im Rahmen des 65. Internationalen Festivals für zeitgenössische Musik verliehen, das der Biennale Venedig (17. bis 26. September 2021) angegliedert ist. In der Begründung der Auszeichnung heißt es, man zeichne mit den Neuen Vocalsolisten Stuttgart ein Ensemble aus, das in seiner „kreativen Zusammenarbeit mit einigen der größten lebenden Komponist*innen die Entwicklung des zeitgenössischen a-cappella-Repertoires entscheidend“ vorangebracht habe.

Stand, April 2021

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