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Die Neuen Vocalsolisten mit Quatuor Tana in "Südseite nachts"

Als die Neuen Vocalsolisten Stefano Gervasoni um ein a-cappella-Werk baten, ging für ihn ein lange gehegter musikalischer Traum in Erfüllung. Seit Jahren schon umkreiste er gedanklich die tiefgründigen Distichen des Mystikers Angelus Silesius, versammelt in den sechs Büchern des „Cherubinischen Wandersmanns“. Um deren theologisch-poetischen Kern fassbar zu machen, komponierte Gervasoni eine symmetrisch sorgfältig austarierte Zwölftonreihe als perfekte Entsprechung zum Versschema und als Spiegel für die Doppeldeutigkeiten der Texte. Auf dieses raffinierte klangfarbliche Vexierspiel lassen die Vocalsolisten zusammen mit Quatuor Tana Raphaël Cendos "Delocazione" für Streichquartett und Vokalquartett folgen, uraufgeführt bei Festival Musica Strasbourg 2017. Auch Cendo, der seine Musik selbst als „musique saturée“ (gesättigte Musik) charakterisiert, hat seine musikalische Energie mit Hilfe von Texten freigesetzt: So kommt sein Werk einem Ritual gleich, einem Lehrstück über sterbliche Überreste und die Trauer darüber. Als Inspirationsquelle benutzte Cendo die kunstwissenschaftliche Abhandlung „Génie du non­lieu“ von Georges Didi Huberman sowie Zitate aus Rilkes „Duineser Elegien“ und aus dem „Kriegstagebuch“ von Georges Bataille.

Die Produktion von Raphaël Cendos Komposition wird unterstüzt von
Impuls. Deutsch-französischer Fonds für zeitgenössische Musik.

Karten an der Abendkasse vor Halle P1
12.- Euro/erm. 8.- Euro

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