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Südseite nachts

Stuttgart / Theaterhaus / P1

wortgewaltige Poesie


Ein feiner poetischer Humor durchzieht die Werke des ersten Teils. Special guests sind hier Enten, Eichelhäher, Birkhahn, Schnepfe – und die Labermöwe Horst als Alter Ego des Solisten in Benjamin Scheuers Zyklus Impulsive Lieder. Sie exponieren die Stimme auf hoch­expressive Weise in einer beredten Textur, die alle Instrumente virtuos infiziert.
Was stimmt fragt dann Robin Hoffmann in ei­ ner klingenden Sprachanalyse des Wortes „stimmen“. „Alles ist relativ“ scheint Karola Obermüllers Werk mass:distance:time zu antworten: eine Suche nach entfernten Welten, nach dem, was greifbar oder eben fern und verborgen ist. Reminiszenzen an Ungaretti oder ein Kyrie von Guillaume de Machaut blitzen hier über historische Distanzen hinweg kurz auf, bevor Daniel Gloger das psychopathologische Universum des Marcel Proust in Lucia Ronchettis Kompositon Albertine zwischen Erzählung, Träumen und Visionen erklingen lässt. Der sprachlichen und dichterischen Kraft Pier Paolo Pasolinis, die „dem allgemein Menschlichen und dem dieses Übersteigenden Ausdruck verlieh“, widmete Claus Steffen Mahnkopf sein poetisches Madrigal void – un delitto italiano.

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