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Zum Nachhören - Die Neuen Vocalsolisten beim Wittener Radiofestival 2020

Die Wittener Tage für neue Kammermusik 2020 mussten wie so viele andere Festivals aufgrund der aktuellen Situation abgesagt werden. Davon wären in besonderem Maße auch die Neuen Vocalsolisten betroffen gewesen, mit insgesamt vier Uraufführungen. Doch der WDR hat das renommierte Premierenfestival erstmals als exklusives Radio-Erlebnis neu konzipiert. Die Mitschnitte sind nun als Audio- und Video-Podcast verfügbar!

Konzertplayer Wittener Tage für Neue Kammermusik 2020
WDR 3

Videos/Gespräche Wittener Tage für Neue Kammermusik 2020
WDR 3

Wie viele Kolleg*innen, die in WDR-Studios gingen, um ihren Part aufzunehmen, oder in ihren home-offices in Tel Aviv, Paris, Boston, Leipzig oder Freiburg tätig wurden, haben die Neuen Vocalsolisten in ihrem Stuttgarter Probendomizil in gebotenem Abstand Werke von Carola Bauckholt, Lucia Ronchetti und Gordon Kampe für das Wittener Radiofestival erarbeitet und audiovisuell aufbereitet.

Als Carola Bauckholt im Auftrag von Musik der Jahrhunderte Witten Vakuum für zwei Frauenstimmen mit zwei Staubsaugern komponierte, konnte noch niemand ahnen, welche zusätzliche Bedeutungsebene des Titels sich ergeben würde. Inspiriert von der enormen Palette stimmtechnischer Möglichkeiten der Neuen Vocalsolisten schrieb Carola Bauckholt schlicht eine Musik über Saugklänge aller Arten. Auf der Suche "nach einem Instrument, das solche Klänge erzeugen kann" experimentierte sie mit dem Saugrohr eines Staubsaugers und konstruierte im wahrsten Sinne des Wortes abenteuerliche kontrapunktische Verbindungen von Mundhöhle und Saugrohr.

Lucia Ronchetti, den Neuen Vocalsolisten auch schon seit vielen Jahren künstlerisch eng verbunden, hat ihrem ACapellaKabarett Never Bet the Devil Your Head die gleichnamige Kurzgeschichte von Edgar Allan Poe zugrundegelegt und darin u.a. musikalische Reminiszenzen an italienische Zirkusmusik, an Nino Rotas Soundtrack zu Federico Fellinis Verfilmung des Stoffs sowie an Musik aus dem deutschen Kabarett der 1930er Jahre eingearbeitet.
Mitschnitt vom Freitag, 24. April, 22:00 Uhr in WDR 3
Konzertmoderation: Barbara Eckle

Gordon Kampe hat für sein jüngstes Werk abermals in den reichen Bestand seiner Ideen-, Lieder- und Klangsammlungen gegriffen. Angefixt von einer "super Nummer von Elvis Presley" hat er — so vermutet er es jedenfalls —  mit dem vierteiligen Liedzyklus I forgot to remember to forget seine Erinnerungsmusiken vorläufig beendet, denn jetzt geht es ihm eher um die Konzentration "aufs Vergessen denn aufs Erinnern". Manche der verarbeiteten Erinnerungsfetzen "stammen aus ersteigerten Briefen, aus Schlagern oder aus eigenem Erinnern, sind als Tonspuren auf Vinyl gebannt". Überraschungen sind jedenfalls zu erwarten, denn Gordon Kampes Archiv "ist unsortiert, manchmal heiter, immer flüchtig und meistens unaufgeregt."
Mitschnitt vom Sonntag, 26. April, 22:04 in WDR 3
Konzertmoderation: Martina Seeber

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